Samstag, 25 Mär 2017
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(*) Im Buch: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Elfter Band, Viertel Ober=Wienerwald, Wien 1838, Seite 133 wird ein Safrananbau erwähnt (der Safran; arabisch).
..., wobei überdieß zunächst Matzleinsdorf neben der Poststraße Safran von der besten Art wächst – so lautet die Eintragung betreffs des Safrananbaues in unserer Gemeinde.
 
Vermutlich Ende 1900 dürfte der Safrananbau im Gebiet von Matzleinsdorf aufgelassen worden sein. Der Bereich des Anbaues befand sich in etwa Autobahnunterführung Ortsbeginn Bereich B 1.
 
 
Briefmarkenblock von Guyana mit Abbildung der Blüten und Zwiebel vom echten Safran (Crocus sativus)

 

 
Der echte Safran-Krokus (Crocus sativus), dessen getrocknete Blütennarben als bitteres Gewürz, Heilmittel und zum Gelbfärben diente, wurde in den diversen Schriften schon um 1250 (!) erwähnt (Mon. Boica 29 b Seite 38 f.).
Mit Safran gefärbte Tücher wurden bis nach Wien verhandelt.
Safranzehente werden bei den verschiedenen Zehentverhandlungen besonders hervorgehoben der Kostbarkeit wegen.

 

Briefmarke Jugoslawien mit Blüten und Zwiebel einer Herbstzeitlose
 
 
Der echte Safran sieht unserer Herbstzeitlose (giftig) sehr ähnlich; die durch intensive Landwirtschaft aus unserer Gegend eigentlich verschwunden ist.

 

Der Krokus gehört zur Familie der Schwertlilien (Iridaceae), die Herbstzeitlose zur Familie der Lilien. Alle Teile der Herbstzeitlosen enthalten das giftige Alkaloid Colchicin! Ein erstes Symptom ist ein Brennen im Mund. Je nach Dosis kann es zum Tode durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen. In der Medizin wird Colchicin bereits seit dem Mittelalter bei Gelenkschmerzen wie Gicht angewendet (Internet).

 

 
Herbstzeitlosen (Aufgenommen im September 2007)


In den 50/60er Jahren konnte man noch beim „Kühehüten“ (die Kühe wurden untertags auf die Wiesen getrieben damit sie das restliche Gras abfressen um daher für die Wintermonate Futter zu sparen!) sehr zahlreich Herbstzeitlosen (wurden von den Tieren nicht gefressen!) auf den Wiesen blühen sehen!
Ein ähnliches Aussehen hat der Frülings-Krokus.

 
Blüten vom Frühlings-Krokus
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
 

Safranzehent in Zelking, Priel, Mätzstorff, Pergen, Mayrhofen und Frainingau, in mittleren Jahren 20 Loth, jedes 1 Schilling wert, und Safrandienste 2 Loth usw. (Teilentnahme aus Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17, 2001, Seite 588).
 
(*) Eine besondere Bedeutung dürfte in Loosdorf der Safrananbau gehabt haben. Diese Pflanze wurde als Gewürz und auch als Färbemittel für ein intensives Gelb verwendet. Auf letzteres verweist vermutlich eine Urkunde aus dem Jahre 1259, aus der hervorgeht, dass unter anderen auch die Kaufleute von Loosdorf gefärbte Tücher nach Wien verhandelten. Der Safranzehent wird bei den verschiedensten Zehentverhandlungen immer besonders hervorgehoben und offenbar wegen seiner Kostbarkeit gesondert angeführt. Der „Loosdorfer Safran“ war eine eigene Marken- und Qualitätsbezeichnung, die im vorigen Jahrhundert bis nach Hamburg verkauft wurde. Erst 1892 ließ man den letzten Safrangarten auf (* Teilentnahme aus: Loosdorf 400 Jahre Markt,1984, Seite 70 – Bäuerliche Wirtschaftsführung; Autor: Dr. Gerhard Floßmann).
 
(*)  Der Safran, ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Schwertliliengewächsen und dem bekannten Frühjahrskrokus  ähnlich. Die Heimat der kostbaren Färbe- und Gewürzpflanze ist Kleinasien. Die Vermehrung geht über Sprossenknollen. Zum Unterschied von unserem Frühlingskrokus treibt der Safran erst im Herbst die blauvioletten Blüten aus. Genutzt werden die drei Narbenschenkel der Blüten. 1 Kilogramm Safran erfordern 100000 bis 150000 Blütennarben (laut Internet), daher ist der hohe Safranpreis erklärbar. Fertiger Safran sind gut getrocknete, verschlungene, dunkelbraune Fäden. Der Geruch ist kräftig/aromatisch, leicht betäubend, der Geschmack leicht bitter und würzig.
Safran dient vor allem als Gewürz, stets allein. Für Mischungen ist er nicht gut geeignet. Zum Färben wurde Safran bei Backwaren, Milchreis, Bouillon, Butter, Käse, Likör und alkoholfreien Getränken eingesetzt.
Ein alter Kinderspruch lautet: „ ... Safran macht den Kuchen gel (= gelb), schieb, schieb in Ofen rein!“.
Zuviel Safran führt zu einem unangenehmen bitteren Geschmack .
Die lateinische Bezeichnung des Safrans ist Crocus sativus!
(* Erstveröffentlichung  [Teilentnahme
] in: Sagenhaftes Melktal, 2004, Seite 138)


In der Antike stand der Preis für Safran nicht dem Golde nach!
Safran ist auch heute noch das weltweit teuerste Gewürz.
Es gibt verschiedene Theorien über den botanischen Ursprung des Safrans. Angenommen wird das Zweistromland ebenso wie Griechenland (vor allem Kreta). Schon Göttervater Zeus soll auf einem aus Safran bestehenden Bett geschlafen haben. Sogar die Römer verwendeten Safran
zur Erlangung unbeschwerter Heiterkeit. Bei Safran nimmt man auch eine gewisse Wirkung an, denn es soll bei Liebesdingen helfen.
Safran soll angeblich krebshemmende Wirkstoffe enthalten. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er auch bei Frauenleiden und zur Herzstärkung verwendet. Es sollen aber nicht mehr als 1½ Gramm pro Tag (wer nimmt schon eine solche Menge, da diese neben teuer auch Abführend ist?), eingenommen werden.
 
(**) 1187 wird Heinricus de Ruhensteine (Rauhenstein bei Baden) erwähnt, der zwei Töchter hatte wovon Hulda sich jenem Ritter versprach, der ihr das  Angenehmste und Nützlichste aus dem Heiligen Land bringe. Walther von Merkenstein soll nun durch das Mitbringen des Safrans die Bedingung erfüllt und ihre Hand erhalten haben. Auf diese Weise sei die Safrankultur in Österreich begründet worden.
Hulda von Rauhenstein, Walther von Merkenstein und Adolf von Liebeck (er verzichtete zugunsten Walther von Merkenstein auf die Hand der Hulda), sind urkundlich nicht faßbar und dürften wohl Erfindungen sein. Im Burggarten von Liebeck wurde die kostbarste Pflanze Safran herangezogen (Seite 175).

Im Mittelalter verwendete man Safran vor allem als Heilmittel, Gewürz und zum Gelbfärben der Speisen und verfälschte diesen so oft, dass die Unterscheidung am Nürnberger Safranmarkt zu einer eigenen Wissenschaft wurde. Auch ersetzte man den Safran wegen seines hohen Preises schon damals durch Saflor-Distelblüten und andere gelbe Blumen! Im 17. Jahrhundert ging die Bedeutung des Safrans als Heilmittel und damit auch der Safrananbau, der seit dem 10. Jahrhundert in Spanien, dem 11. Jahrhundert in Italien und Südfrankreich und noch im 15./16. Jahrhundert in Mitteleuropa bekannt war, allmählich zurück. Im Gebiet um Baden wurde Safran jedoch bis ins 19. Jahrhundert angebaut (Seite 184).
(** Entnahme aus: Ilse Schöndorfer STEINE UND SAGEN – Burgruinen in Niederösterreich, 1. Auflage 1999)

 

Die Marktgemeinde Purgstall an der Erlauf, widmete dem teuersten Gewürz sogar eine Straßenbezeichnung


Als ökonomischer Schriftsteller (Ulrich Petrak,* 1753, † 1814, Prior und Gymnasialprofessor zu Melk) bereicherte er die Fachliteratur mit der Schrift Praktischer Unterricht, den niederösterreichischen Safran zu bauen (1797).
(Entnommen aus: J. Twaroch, Literatur aus Niederösterreich (Von Frau Ava bis Helmut Zenker) ein Handbuch, 1. Auflage 1984, Seite 47)