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Die Zelkinger
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Die Herren von Zelking und Ruine Zelking 
 
 
Fortsetzung aus: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich ... (ab Seite 135)
Erster Teil unter: Die Orte – Zelking (Ort und Umgebung)
 

Die Freiherren und Ritter von Zelking stammten aus einem uralten ansehnlichen Dynasten Geschlecht, welches in Oesterreich ob und unter der Ens begütert war, und hohe Ehrenstellen begleitete. Lazius leitet ihre Abkunft von den celtischen Völkern her, welche in den ältesten Zeiten das Schloß Celting oder Zelking erbaut haben sollen.



Bild entnommen aus: StadtChronik Wien, 1986, Seite 105
Wolfgang Lazius (eigentlich Wolfgang Laz , * 31. Oktober 1514 in Wien; † 19. Juni 1565 ebenda)
war Humanist, Geschichtsschreiber, Kartograf, Professor und kaiserlicher Leibarzt (Wikipedia)
 

Diese Angabe ist nicht zu verbürgen, dagegen ist es aber aus Urkunden gewiß, daß sich dieses Geschlecht vor Alters her Schlierbach genannt, und mit den übrigen Herren von Schlierbach, deren Stammschloß am Rhein war, einerlei Abkunft und Wappen hatten.
 
In Feierabends Turnierbuch erscheint Achaz Landherr von Zelking, der im Jahre 948 das dritte Turnier zu Constanz (Konstanz am Bodensee) besuchte (eine historisch gesehen unrichtige Angabe, die immer weitergegeben wird!). Nach dieser Angabe wäre das Schloß Zelking gestanden, als noch auf dem Platze (Stiftsfelsen) des heutigen Melk, welches nicht gar weit davon entfernt ist, die Eisenburg der Ungarn als ihre Grenzfeste stand, da solche erst im Jahre 983 durch den (unter dem!) Markgrafen Leopold I. von Oesterreich erobert und zerstört wurde. Ein Ludwig Herr von Schlierbach wird im Kloster Garsten in einem Stiftsbrief einer Matrone Hildegardis und Ulrich von Jphse (Ybbs), ihres Sohnes, im Jahre 1096 nebst Diepold Grafen Vohburg, Adalbert Graf von Rebgau, Berengar von Capell, Gundacker von Steyer, und mehrere Andere als Zeugen unterfertigt gefunden.
 
Im Jahre 1100 erscheint als Besitzer der Burg Wernher von Zelking; Ulrich von Zelking wird in zwei Urkunden des Herzog Leopolds von Oesterreich und Steyer, über einige dem Stifte Melk bestätigte Güter in den Jahren 1208 und 1217 unter den Zeugen gelesen. In einem von König Ottokar von Böhmen dem Kloster Melk ertheilten Freiheitsbrief vom Jahre 1256 erscheinen Chunrad (Konrad von Zagging!), Albert (Alber I.) und Ludwig (I.) von Zelking als Zeugen. Syboto von Zelking (Zagging!), Chunrads Sohn, verschaffte und übergab im Jahre 1265 einige Einkünfte in Ruprechtsdorf (Ruprechtshofen) zur Kirche St. Leonhard am Forst; und Otto (I.), Ludwigs Sohn, wird im Jahre 1276 bekannt. Ein anderer Otto (III.) von Zelking zu Schollach lebte im Jahre 1316. Derselbe, der sich auch wahrscheinlich Herr von Schöneck (Schönegg) schrieb, war im Jahre 1334 mit Margareth von Thierstein vermählt, die ihm drei Söhne und eine Tochter gebar, nämlich Heinrich, Jobst, Albero und Anna, welche an Herrn Hansen von Schwarzenau sich verehelichte. Herzog Albrecht II. verglich im Jahre 1338 den Streit des Otto von Zelking mit dem Abt zu Seitenstetten wegen der Freiheit des Hofes zu Tulbing und der Gerichtsbarkeit daselbst dahin, daß Otto von Zelking die betreffende Todtschläger blos an Leib, und nicht an Gut zu bestrafen haben sollte.

Albero Herr von Zelking und Schönegg, war vom Jahre 1338 bis 1360 mit Elisabetha Herrin von Walsee verehligt (verehelicht) und liegt in der Kirche zu Baumgartenberg in Oberösterreich begraben. Er hinterließ die Söhne Johann, Stephan, Ulrich und Heinrich. Diese vier Brüder machten im Jahre 1361 für sich und ihre Nachkommen eine Erbverbrüderung oder Erbfolge, besonders wegen der Veste Zelking, Schönegg etc. So waren auch 1365 die Herren und Ritter Stephan, Ulrich und Heinreich, Brüder, dann Ulrich, Otto, Albert und Rudolf von Zelking, ihre Vettern, im Herzog Rudolphs IV, von Oesterreich Stiftsbriefe der errichteten Universität zu Wien nebst vielen Großen und Edlen als Zeugen.

Stephan von Zelking war der österreichischen Herzogin Hofmeister. Ulrich Zelking zu Freidegg, hatte sich mit Anna von Prunner vermählt im Jahre 1361, und bestimmte ihr zur Morgengabe 600 Pfund Pfennige. Ulrich und Stephan starben aber kinderlos.
 
Heinrich von Zelking hat im Jahre 1369 von Hans und Ulrich Schecken, das Amt Groissere, und die Kirchenvogtei zu Ernsthofen gekauft. Heinrich von Zelking und Schallaburg oder Scholach (wahrscheinlich ein anderer), war im Jahre 1398 und 1399 Vogt des Klosters Gaming, und kaufte von Herrn zu Tannberg die Kirchenlehen zu Ferschnitz.

Hierbei bemerken wir, daß die Hauptlinie der Herren von Schlierbach und Zelking sich schon durch Heinrich von Schlierbach mit den obigen Gliedern verpflanzt hat. Dieser Heinrich von Zelking und Schlierbach, wird außer dem schon oben erwähnten Ludwig Herrn von Schlierbach im Jahre 1096 (1196?), in den Jahren 1239 und 1241 in Urkunden angeführt und Miles strenus genannt. Er hinterließ drei Söhne: Alber, Wernher und Ludwig, die dann urkundlich als Herren von Zelking erscheinen. Nicht nur Otto von Zelking, der im Jahre 1316 lebte und bereits erwähnt wurde, nannte sich zu Scholach, sondern ein Ludwig von Schlierbach und Zelking, der in Dokumentenvom Jahre 1284 bekannt wird, führte früher schon den Titel von Schollach (Schallaburg), vermuthlich von seiner Mutter, die eine Gräfin von Scholach war.

Ein Otto IV. von Zelking und Schlierbach, war im Jahre 1348 Schiedsrichter und Spruchmann, nebst Herrn Cadold von Ekartsau und Alber von Rauhenstein, zwischen Hermann von Wolfgersdorf und Stephan von Schlatt, wegen einiger Gründe, etc. Heinrich III. von Zelking, war schon in seiner frühesten Jugend ein Kriegsmann, und hatte im Jahre 1324 und 1325 den Feldzügen in Baiern unter Herzog Leopold beigewohnt. Otto VII. von Zelking, Heinrichs III. Sohn, empfing im Jahre 1386 vom Erzbischof von Salzburg, das Haus und Gut Reichersdorf zu Lehen. Heinrich von Zelking empfing im Jahre 1406 vom Herzog Leopold die Veste und das Dorf Dürnchrutt (Dürnkrut, im Viertel unter dem Manhartsberg) zu Lehen. Alber Herr von Zelking, Ritter von Weinberg, Ebenthal und Stillfried, welcher sich auch Erbherr von Zelking und Schallaburg schrieb und nannte, erschien in einem Vermächtnißbrief, worin er seiner Gattin Agnes 600 Pfund Heirathsgut, und 400 Pfund Pfennige Wiederlage, dann 200 Pfund als Witwen-Unterhalt bestimmte.
 
Christoph Herr von Zelking und Weinberg, Zelking=Sierndorf, Leonstein, Ebenthal und Weierburg, war im Jahre 1468 und 1470 Kaiser Friedrichs IV. Rath bei den Landrechten. Im Jahre 1474 half er nebst vielen andern Edlen das Schloß Hörschlag belagern und besetzen. Im Jahre 1480 übergab ihm der Kaiser auch die Vogtei der Pfarrkirche zu St. Veit, und über die Filiale zu St. Oswald im Freistädter Landgericht. Er starb im Jahre 1491 und ist in der von ihm erbauten (erbauen lassenden!) Pfarrkirche zu Kefermarkt begraben, allwo er in der vorhandenen Grabschrift Christophorus Baro de Zelking (Christoph Freiherr von Zelking) genannt wird.
 
Hans von Zelking wurde am 5. April 1486 von Kaiser Maximilian I. zu Aachen mit dem Schwerte Kaisers Carl des Großen zum Ritter geschlagen; er war kaiserlicher Rath und Truchseß, und im Jahre 1491 kaiserlicher Pfleger zu Freistadt.

 
 
Freistadt (Teilansicht) im Mühlviertel/Oberösterreich
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
  
 

Kaiser Maximilian I. auf Postkarte 2009 (Ausschnitt)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
 

Derselbe erscheint auch im Jahre 1508 unter dem Herrenstande auf dem großen Landtage zu Krems. Wilhelm von Zelking zu Weinberg, Sierndorf, Ebreichsdorf am Moos, etc. war des Kaisers geheimer Rath, und der verwitweten Königin Maria oberster Hofmeister. In seinen Jugendjahren noch, im Jahre 1509, zog er nebst seinem Bruder Wolfgang mit den Hilfsvölkern, welche die n.ö. Stände dem Kaiser Maximilian im Kriege gegen die Venetianer stellten zu Felde.
 
 
Abbildungen von Kaiser Maximilian I. von folgenden Künstlern: (v. l. n. r.) Bernhard Strigel, Peter Paul Rubens und Albrecht Dürer. Alle Bilder befinden sich im Kunsthistorischen Museum Wien
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
 

Dieser ward vom Kaiser Carl V. bei der Krönung zu Aachen zum Ritter geschlagen. Georg Wilhelm zu Zelking, verlieh dem Gabriel Pentscher, Beneficiaten zu St. Leonhard im Jahre 1523 den Zehent zu Pottendorf. Peter Wilhelm von Zelking hatte im Jahre 1553 seinem Bruder Paul, seinen väterlichen und mütterlichen Antheil an den Gütern in Niederösterreich verkauft. Seine Gattin war Justina von Pohlheim. Paul Wilhelm von Zelking war kaiserlicher Hauptmann zu Hainburg, und Maximilians II. Kämmerer; er starb im Jahre 1568.

 

Dieses Wappen des Hans Wilhelm von Zelking stammt aus dem Freundschaftsalbum des Jonas Rottenburger aus etwa 1590 und wurden freundlicherweise seitens der Museen Horn zVg.



Der Leiter der Museen der Stadt Horn, Herr Wolfgang Andraschek (11. Juli 2010)
 

Im Katalog: Der Horner Bund 1608, Seite 259 ist dieses Wappen nur beschrieben unter: c) Hans Wilhelm von Zelking.
Das Buch (Freundschaftsalbum) wurde 2007 restauriert und zerlegt, die Einzelblätter sind in einer Mappe aufbewahrt.
 
 
 
Personalisierte Briefmarke mit bildgleichen Motiv
(Layout Franz Jell)
 

Hans Wilhelm von Zelking zu Weinberg, Rastenberg, Leonstein, Dornach und Wartberg, war Kaiser Rudolphs II. Kämmerer und Landrath in Oesterreich ob der Ens und Verordneter der Landschaft in diesem Lande. Im Jahre 1602 besaß er die Herrschaft Rastenberg im Viertel unter dem Manhartsberg und hatte wegen der Pfarrrechte zu Schönau mit dem Kloster Zwettl in demselben Jahre Mißhelligkeiten.
 
Derselbe hatte nach Absterben aller seiner Söhne, noch im Jahre 1622 die Herrschaft Zelking seinem Vetter Christoph Wilhelm überlassen und starb im Jahre1623. Mit ihm ist die abgestammte Linie der Herren von Zelking erloschen (die Herren von Zelking sind erst mit Ludwig Wilhelm, welcher 1634 auf dem hiesigen Schloss verstarb, erloschen!).
 
Die Stammherrschaft und Veste Zelking, unweit Melk, welche diese Familie durch so viele Jahrhunderte beständig besaß, haben öfters die Herren von Zelking gemeinschaftlich, oft aber auch nur die ältesten des Geschlechtes inne gehabt, bis im Jahre 1542 Christoph der jüngere Herr von Zelking die Herrschaft seiner Frau Muhme Margaretha und ihrer mit Wilhelm von Zelking erzeugten Kinder Gerhaben Georg von Zelking verkaufte, worauf die Herrschaft immer bei der jüngern Zelking=Sierndorfischen Familie blieb und nachhin in der brüderlichen Theilung der Güter unter Wilhelms Söhnen, an Paul Wilhelm von Zelking allein gelangte, der solche im Jahre 1561 besaß. Nach seinem kinderlosen Hintritte im Jahre 1568, kam die Veste Zelking an Carl Ludwig und weiters nach dessen Tode an seinen Sohn Christoph Wilhelm, dessen Vormünder aber solche während seiner Minderjährigkeit dem Hans Wilhelm verkauften und den 13. Mai 1590 bei dem n. ö. ständischen Gültenbuche aufsandten. Dieser zahlte am 9. December 1598 die Landesanlagen, überließ aber kurz vor seinem Tode, nämlich am 1. Mai 1622, diese Herrschaft dem Christoph Wilhelm von Zelking, kaufsweise.

 
Totenschild von Ludwig Wilhelm von Zelking
 
 
Der ehemalige Totenschild des letzten Zelkingers Ludwig Wilhelm (aus der Pfarrkirche stammend) befindet sich im Vorraum des Gemeindeamtes.
Wappentafeln fanden einst bei den Begräbnisfeierlichkeiten Verwendung; dies entstand aus dem Brauch, Schild und Waffen eines verstorbenen Adeligen über seinem Grab aufzuhängen. Die heute sich im Vorraum des Gemeindeamtes in Zelking befindliche Wappentafel gehört gestürzt (das heißt kopfüber) angebracht, da mit Ludwig Wilhelm von Zelking das Geschlecht 1634 erloschen ist!

Nachdem mit dem Letzten Zelkinger Ludwig Wilhelm das Geschlecht erloschen ist, hat Frau Susanna Regina von Polheim und Wartenburg, geborne Herrin von Zelking, die Herrschaft gänzlich eingelöst, und solche in Folge ihres Testaments von 10. März 1652 ihrem blöden Sohne Hans Cyriacus von Polheim zugedacht und diesem die von ihrer Tochter Salome von Polheim, verehligte Gräfin von Sinzendorf zurückgelassene Söhne August und dessen Bruder und Nachkommen substituiert, welche letztern auch die Herrschaft Zelking durch gerichtlichen Ausspruch am 15. März 1658 gegen Erlag von 15.000 Gulden Capital, und überdieß lebenslänglicher Unterhaltung des blödsinnigen Hans Ciriacus einverantwortet wurde.
 
Das Wappen der Freiherren von Zelking ist ein quadrierter oder vierfeldiger Schild; das erste und das vierte Feld ist schräg, oder über das Eck herab bis zum untern rechten Winkel das erste, das vierte hingegen rechts herab schräg bis untern linken Winkel gespalten, die obere Hälfte im silbernen oder weißen, die untere im blauen Grund getheilet, welches das alte Wappen der Herren von Zelking war. Das neuere zeigt im zweiten und dritten roten Feld einen einwärts aufsteigenden Löwen, welches zweite rechts herab schräg und das dritte ebenso links getheilt, an der oberen Hälfte von Gold, an der unteren blau ist, worin der Löwe mit ausgestreckten Pfoten, herausgeschlagener rother Zunge, hinter sich aufgeworfenen doppeltem Schwanze und mit goldener Krone auf dem Haupte geziert ist. Dieses Feld mit dem Löwen haben die Herren von Zelking wegen der durch Heirath überkommenen Herrschaft Schallaburg geführt und auch nach Erlöschen der Linie von Schallaburg die übrige Zelking’sche Familie in einem quadrirten Schilde beibehalten, mit rothem Wachs siegeln zu dürfen. Oben auf dem Wappenschild erscheinen zwei gekrönte offene goldene Helme, wobei auf den erstern vordern Helm zur Rechten zwei links schräg herabgetheilte, oben weiße, unten blaue Adlerflügel hintereinander, auf den andern Helm zur Linken aber zwei rothe mit gelben Schwungfedern gemengte, vorne mit zehn goldenen Herzchen besäete Adlerflügel ebenfalls hintereinander aufrecht gestellt sind. Die Helmdecke ist zur rechten Seite blau und Silber oder weiß, zur Linken Gold und roth.

 

Die geschnitzte Version vom ehemaligen Schloß Zelckhing
(nach G. M. Vischers Kupferstich 1672)
 
 
Am Hiesberg steht eine Ruine,
es war einst ein prächtiges Schloß.
Manch’ Knappe hier aber diente
einem mächtigen Rittersproß.
Von ihren Heldentaten,
erzählt man sich noch heut’
und in den Kemenaten,
da saß manch’ schöne Maid.
Ludwig Pichler im August 1993
 

Die andern Besitzer von der Herrschaft Zelking sind nach den Vormerkungen des n. ö. ständischen Gültenbuches folgende: Im Jahre 1662 Andrä Hans Joachim Graf von Sinzendorf, durch Einantwortung von den von Zelking’schen Erben; im Jahre 1698 dessen Sohn Franz Wenzel; im Jahre 1739 dessen Söhne Johann, Joseph, Wenzel, Philipp und Anton Grafen von Sinzendorf; Im Jahre 1756 Josepha Gräfin von Sinzendorf, durch Kauf von ihren Söhnen den Vorigen; im Jahre 1763 Philipp Graf von Sinzendorf; im Jahre 1789 Franz Wenzel Graf von Sinzendorf; im Jahre 1795 Octavian Graf von Sinzendorf; im Jahre 1802 Franziska Gräfin von Harrach, verwitwete Gräfin von Sinzendorf, geborne Gräfin von Kinsky; im Jahre 1820 Carl Leonhard Graf von Harrach, und gegenwärtig die Erben desselben (Entnommen aus: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Elfter Band, Viertel Ober=Wienerwald. Wien 1838, Seite 135–142).
 
 
 
Lanzo
 
 
Briefauszug (I)
 
Über Zwerch (quer, zu einem anderem Gebäude befindlicher Bauteil) steht ein zweiter Stock mit drei Gaden, darin gewölbte Zimmer, ein Stall für 8 Pferde, daran Wagenschupfe, Schöpfbrunnen mit großem Rad, des Pfisters (Bäcker) gewölbte Stube; alles mit Schindeln, der Turm mit Blech gedeckt, freies Eigen, angeschlagen auf 2.500 fl.; der Meierhof, Seitenstettener Lehen; gegenüber das Bräuhaus, nicht in Betrieb, aber mit Pfanne und Bräuzeug versehen, hier kann bei Missraten des Weines wieder Bier gebraut werden. Nächst dem Meierhof das Neugebäude, Seitenstettener Lehen, worin der Pfleger wohnt, mit gewölbtem Keller auf 500 Eimer Wein. Die Kirchenvogtei zu Zelking hat das Patronatsrecht mit der Gewalt, Pfarrer aufzunehmen und abzusetzen, angeschlagen auf 500 fl. Die Filiale Mätzlstorff ist streitig. Kirchtag zu Zelking am Sonntag nach Lorenzi und Mätzlstorf am Tag Bartholomä, wovon nur wenig Nutzen.
Safranzehent in Zelking, Priel, Mätzlstorff, Pergen, Mayrhofen und Frainingau, in mittleren Jahren 20 Loth, jedes 1 Schilling wert, und Safrandienste 2 Loth usw.
 
Schenkgerechtigkeit zu Zelking bei 50 Eimer Wein, wurde im Neugebäude, wo der Pfleger seine Wohnung hatte, ausgeleutgebt, da die Herrschaft keine eigene Taverne hatte, etc. (Teilentnahme aus: GB zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17, 2001, Seite 588).
 
 
 

Das Schloss Zelking – Abbildung auf dem ehemaligen Theatervorhang (aus dem ehemaligen Pfarrhof)



Schloss Zelking (Ölgemälde im Saal vom Gasthaus Schaider)

 
Wahrhaftigkeit siegt über das Dunkle,
 
Burgen und Schlösser bestimmen
die Mächtigkeit der Lande.
 
 Sieget weiter, ihr tapferen Knappen
 
  Markusius Husarius

 
 
Vortrag, gehalten von Frau Dipl.-Ing. Dr. Edith Frimmel aus Kefermarkt am 28. 9. 1996 in Zelking


Das Geschlecht der Herren von Zelking 
 

Liebe Zelkinger!

Vor allem bedanke ich mich für die Einladung vor Ihnen sprechen zu dürfen. Da ich von Weinberg bei Kefermarkt komme, verbindet mich mit Ihnen der Name des Geschlechtes der Zelkinger.
Von Eurem kleinen, scheinbar unbedeutenden Ort hat das bedeutende Geschlecht der Zelkinger seinen Namen.
Es wird zu den „Apostelgeschlechtern“ gezählt; das heißt: zu den 12 (!) ältesten Adelsgeschlechtern im mitteleuropäischem Raum.
Lassen Sie mich die geschichtliche Entwicklung kurz aufzeigen.
Nachdem unter dem hl. Severin die römische Bevölkerung zum großen Teil das Land verlassen hatte, drangen mongolisch-asiatische Völker mit den Ihnen untertänigen germanischen Kriegern und auch slawische Bauern in unser Gebiet ein. Erst nach dem Aufstreben des Fränkischen Reiches, welches sich als Nachfolgerstaat des weströmischen christlichen entwickelte, haben bayrische Familien nach Osten hin Landnahme mit Besiedelung vorgenommen, wobei gutes Weide- und Ackerland bevorzugt wurde. Wichtig war für die Bedeutung des Reiches die Christianisierung der sogenannten „Heiden“ und damit verbunden die Gründung von Bischofssitzen, Klöstern und Taufkirchen.
Edle Familien bekamen das Recht, feste Häuser zu bauen und dazu schenkte der Kaiser Land, das ihm gehörte. Die übrige Bevölkerung wohnte ja in Holzhütten. Es gibt daher oft den Namen Hochhaus, Althaus, Neuhaus, Hauser und ähnliche Namen. Diese zeugen von festen Bauten, die meist auf Anhöhen errichtet wurden.
Als Markgrafen, Mark bedeutet Grenze, gegen Osten bezogen die Babenberger ihre Burg, das heißt ein „festes Haus“ auf dem Felsvorsprung über die Donau oberhalb des Ortes Melk, die der Babenberger Leopold I. im 10. Jhdt. dem Grafen Sizzo abgenommen hatte. In seinem Gefolge zogen bedeutende und ehrgeizige Familien nach.
So begaben sich auch die Herren von Hagenau, die sich nach ihren Besitzungen am Inn nannten, in das fruchtbare Tal der Melk. Heute ist Hagenau ein kleines Schlösschen 4 km nördlich von Braunau im Staugebiet des Inn. Hartwig von Hagenau bezeugte am 19. August 1088 zu Lorch einen Gütertausch zwischen Altmann, Bischof von Passau und dem Markgrafen Ottokar von Steyr. Sein Sohn Reginbrecht, heiratete Helena, die Witwe von dem edlen Lanzo und die Schwester des Udalschalchs von Stille. Helena brachte ihm Besitzungen im Tal der Melk und die Burg Zelking; vielleicht ist es besser zu sagen ein festes Haus als Burg in diese Ehe mit. Ob es ein Althaus oder ein Neuhaus gibt, ist heute nur mehr schwer zu sagen. Vielleicht können Funde im Boden darüber einmal mehr Auskunft geben.
Bitte achten Sie auf Scherben im Gebiet des Althausers.
Nach dem Besitz aus der ersten Ehe seiner Frau Helena, nennt sich Reginbrecht auch Herr von Zelking. er wird auf Urkunden zwischen 1109 und 1130 erwähnt. Seine Kinder, die Söhne Wernhard I., Reginbrecht II., Hartwig II., Odalricus (Ulrich) und die Tochter Richardis sind auf zahlreichen Urkunden zu finden, speziell im Zusammenhang mit dem Markgrafen von Österreich Leopold III, der spätere Heilige; besonders im Zusammenhang mit gerechtfertigten Ansprüchen des Stiftes Göttweig.
Wernhard nannte sich einmal nach Hagenau, das andere Mal heißt er von Zelking und kommt auf Urkunden vor, die zwischen 1116 und 1130 datiert sind. Sein Sohn Reginbrecht war Probst zu St. Pölten und später Bischof von Passau und starb an der griechisch-türkischen Grenze im 2. Kreuzzug am 10. November 1148.
Frau Helena und ihre Tochter vergaben nach dem Ableben von Reginbrecht I. zum Seelenheil des verstorbenen Güter an das Stift Seitenstetten und zählten somit zu dessen Gründern. Darunter war auch der Meierhof von Zelking (im Ortsteil Gassen), der bis 1634 ein Lehen von Seitenstetten blieb. Hartwig II. tritt als Zeuge auf der Schenkungsurkunde des Staufers König Konrad III. auf. Darin schenkt er dem Kloster Garsten 400 Mansen in dem königlichen Walde Ritmarch zwischen den Flüssen Jaunitz und Agist bis zur böhmischen Grenze. Es ist dies der Raum um Freistadt, der auch das Gebiet um Weinberg einschließen könnte. Als Hartwig II. kinderlos starb, vermachte seine Witwe den Besitz um Hagenau an das Stift Reichersberg als Seelgerät für den Verstorbenen. Wernhard I. übernimmt das Erbe und sein Sohn Reginbrecht III. vererbt weiter an den, nach seinem Großvater benannten Wernher II.
 
Die Hagenauer nennen sich von nun an nur mehr von Zelking.
Wernher II. von Zelking tritt, wie es im 12. und 13. Jahrhundert üblich wird, in den Dienst des Landesfürsten, man spricht von der landesfürstlichen Ministerialität und stellt damit seine Feste unter den Schutz des Landesfürsten, des Herzogs Leopold V. von Österreich, von dem er diese wieder zu Lehen Empfing.
Unter Ulrich II., Wernhards Sohn, vermehrten die Zelkinger ihren Besitz und gelangten zu großer politischer Bedeutung. Durch die Heirat mit der Tochter des Schlierbachers Ottokar II. gelangte die Feste Schlierbach mit ihren Gütern in das Eigentum der Zelkinger; möglicherweise auch die Schallaburg. Die Söhne Alber und Ludwig finden wir im engsten königlichen Gefolge Ottokars von Böhmen, der als Nachfolger der Babenberger fungieren wollte, aber dem gewählten deutschen König Rudolf von Habsburg weichen mußte. Beide Söhne werden als ministerialis austriae bezeichnet. Während Alber nur den Sohn Wernher III. hatte, der kinderlos starb – trotzt zweier Ehen, hatte Ludwig sechs Kinder.
Eigentlich  hätte sein ältester Sohn Otto II. das gesamte Erbe antreten müssen, aber der Oheim, der Stiefbruder von Ludwig II., Otto I. als älterer, riss mit Geschick das Erbe an sich, baute die Schallaburg aus, übernahm Schönegg und Freydegg, sowie den Schlierbacher Besitz, das ihm als Lehen von Herzog Albrecht von Österreich bestätigt wurde.
Der Neffe Otto II. und rechtmäßige Erbe wurde vielleicht mit einem Teillehen von Weinberg und der Amtsübernahme als Burghauptmann von Freistadt für das verlorene Erbe entschädigt. Typisch ist, dass beide Ottos die Töchter des oberen Landrichters ob der Enns, Ulrich von Kapellen heirateten. Otto I. nahm Elisabeth und der nur wenig jüngere Neffe Otto II. die Leucardia von Kapellen zur Frau. Damit teilten sich die Zelkinger in zwei Linien, die von Schallaburg und die von Schönegg (Weinberg) und Freydegg. Alle Lehenbriefe von Weinberg sind unauffindbar, vielleicht bewusst vernichtet worden.
Der Sohn Ottos I., Alber II. war Begründer der Pfarre Zelking 1346 und dessen Sohn Heinrich der Erbauer des Presbyteriums der Kirche. Otto II. hatte fünf Kinder, von denen Otto IV. die Linie Schönegg begründete und Heinrich II. in Weinberg verblieb. Sie erbten die Feste Schönegg mit ihren Brüdern, die Feste Burgschleinitz und auch Ebenthal fielen an Heinrich. Da er alles seinen vier männlichen Kindern vererbte, kam es in der Folge zu Erbstreitigkeiten.
Welches Ansehen die Zelkinger unter den Habsburgern genossen, sieht man daraus, dass die vier Söhne Heinrichs und deren drei Oheime auf der Gründungsurkunde der Universität vom Jahre 1365 stehen. Sohn Albrecht heiratete Agnes von Rohr und schenkte ihm die Söhne Erhart und Wilhelm, wobei der ältere der bedeutendere war und die Herrschaft Weinberg, damit den Besitz der Zelkinger, wesentlich vermehrte. Er starb aber ohne Kinder zu hinterlassen. Wilhelm hatte fünf Kinder, darunter Hanns, der von Kaiser Friedrich III. (mit dem Schwert Karl des Großen) auf der Tiberbrücke in Rom zum Ritter geschlagen wurde. Hanns  war auch unter den Brautwerbern um Prinzessin Eleonora von Portugal, starb aber früh.
Christoph II. bekam vom Kaiser Friedrich III., dessen Günstling er war, 1470 das Lehen mit der Feste Weinberg und den dazugehörigen Besitzungen. Er war kaiserlicher Rat und Pfleger von Freistadt.

 

Freistadt nach einer alten Ansicht
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
 

Ihm fiel von seinem Oheim Erhard auch die halbe Feste Zelking zu. Christoph II. war der Bauherr der Kirche von Kefermarkt, die er zur eigenen Pfarrkirche erheben ließ und in seinem Testament die Errichtung des herrlichen gotischen Schnitzaltars verfügte.



Der hl. Christophorus (rechte Schreinfigur) vom gotischen Flügelaltar in Kefermarkt auf Briefmarke: Denkmalschutzjahr 1975
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
 

Die Mittel wurden aus den Erträgen der Grundholden von Bergern, Meierhöfen und Freiningau (gelegen in der Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf, unweit von Melk in Niederösterreich – siehe: Beiträge aus Kefermarkt Der Kefermarter Schnitzaltar) für acht Jahre inklusive Vergoldung zur Verfügung gestellt. Aus seiner Ehe mit Margaretha von Pottendorf stammten die Kinder Hanns und Veit, und mit Apollonia von Polheim Wilhelm und Wolfgang, sowie die Tochter Anna. Rührend ist sein Testament zu lesen; wie er besorgt über die Erziehung seiner Kinder verfügt.
Auch Hanns wurde Pfleger von Freistadt und mit Veit mit Weinberg, Leonstein und der halben Feste Zelking von Kaiser Maximilian I. belehnt. Hanns heiratete die Tochter Johanns von der Leiter zu Pern, hatte mir ihr zwei Töchter und den Sohn Christoph III. Veit, der mächtigste unter den Söhnen, vermehrte seinen Besitz, überlebte aber seine 12 Kinder, die früh verstarben. Der Sohn Hanns war Epileptiker, studierte aber in Wittenberg Luthers Theologie. An die jüngeren Brüder Veit, Wilhelm II. und Wolfgang fielen nach einigen Erbverträgen Grafendorf und Sierndorf, wo Wilhelm II. wohl unter dem Eindruck des Kefermarkter Altares einen in Kalksandstein gehauenen, ähnlichen Renaissancealtar errichten ließ. An der Evangelienseite sieht man die Altargründer Wilhelm II. von Zelking und seine Frau Margaretha, geborenen von Sandizell in ihren damaligen Kleidungen. Darüber hängt ein noch erhaltener Totenschild eines Zelkingers; er stammt von dem wohlhabenden Carl Ludwig von Zelking, der als geheimer Rat Erzherzogs Karls fungierte und den Rang eines obersten Stallmeisters einnahm. Man bot ihm das Oberkammergrafenamt über die niederungarischen Bergstädte (Bergwerksorte) an, aber die Forderungen des Zelkingers waren zu hoch; man lehnte daher ab.
Christoph III., der rechtmäßige Haupterbe konnte sein Vermögen nicht so gut verwalten und es verfiel nach seinem Ableben der Krida, wie es heißt.
Peter Wilhelm, aufgewachsen bei seinem Vater in Sierndorf, ehelichte Justina von Polheim, starb schon 1568 und hinterlässt seinen minderjährigen Sohn Hanns Wilhelm (II.?). Er und sein Vetter Christoph Wilhelm II. (1575
1631), des Carl Ludwigs Sohn, waren somit die letzten erbberechtigten männlichen Nachkommen des Geschlechtes der Herren von Zelking.
Aus dem Knaben Hanns Wilhelm wurde der mächtigste seines Geschlechtes. Er wurde Verordneter des Herrenstandes in Österreich ob der Enns. Hanns Wilhelm wehrte sich gegen die Missstände im Bauernstand und in der katholischen Kirche; er gehörte der lutherischen Religion an, verabscheute auch die Gewaltanwendung der Bauern. Er wehrte sich gegen die Laxheit Kaiser Rudolf II. und hoffte auf die Zusage von Erzherzog Mathias, die, als Mathias Kaiser wurde, nicht eingehalten wurden.
Der Amtsraum des Hanns Wilhelm von Zelking im Linzer Landhaus, sieht dem Rittersaal im Schloss Weinberg ähnlich, vielleicht hatte er ihn erbauen lassen. Die gotische Burg auf Weinberg ließ er zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umbauen.

 
Abbild von Schloss Weinberg aus Anlaß der Oberösterreichischen Landesausstellung 1988
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
 

Genauso geschah es mit dem Schloss zu Zelking. Weinberg blieb bis heute ein Wohnschloss, während Zelking zur Ruine verfiel.
Am 13. 5. 1590 erkaufte Hanns Wilhelm von der Vormundschaft Christoph Wilhelm II. die Herrschaft Zelking. Am 6. 6. 1622 kaufte Christoph Wilhelm II. von Wolfhart Streun die Herrschaft Dürnstein. Sein größter Schmerz war, dass seine Kinder zum Teil im Säuglingsalter verstarben; Heinrich Wilhelm in jungen Jahren und Richard Wilhelm auf seiner sogenannten Kavalierstour nach Paris, eben dort; beide im Jahre 1606.
Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Susanna, geborene Herrin von Starhemberg, schrieb er ein erschütterndes Testament im Jänner 1616. Noch im Jahre 1617 ehelicht er Anna Jakobina, des Ehrenreich Freiherr von Kainach Tochter. Im Fürstenzimmer zu Weinberg sind jeweils die acht Ahnen seiner Mutter und seines Vaters in Form von Allianzwappen festgehalten. Erst nach der zweiten Eheschließung ließ er die Supraporten über den beiden Türen errichten. Bei der Entzifferung der Unterschriften waren uns die Messingtafeln auf den Särgen der Zelkinger eine große Hilfe – ein Dank an den Pfarrer Edmund Warchol von Zelking.
Mit diesen 16 hochadeligen Vorfahren war die Hoffähigkeit des Geschlechtes erwiesen. Da die Erben fehlten, hatte der katholische Kaiser Ferdinand eine scheinbar gerechtfertige Begründung, auch Herrn Hanns Wilhelm von Zelking als treuer Protestant zum Verkauf seiner Güter zu drängen. Er zog sich in den letzten Monaten seines schicksalsreichen Lebens zu seiner Tochter Susanna Regina, verehelichte Polheim, auf Zelking zurück und starb dort im Alter von 66 Jahren am 30. Juni 1627.
Christoph Wilhelm II. übernahm gemäß Testamentverordnung vom 28. 1. 1616 die Besitzungen im Machland. Schließlich mußte aber auch er verkaufen und es kam zum Leihkauf an den katholischen Herrn Hans Christoph von Türheim. Christoph Wilhelm II. starb nur drei Jahre später mit 56 Jahren am 27. April 1631 in Wien und wurde in der Zelkinger Pfarrkirche begraben. Dessen Sohn Ludwig Wilhelm, der letzte seines Geschlechtes starb erst 28-jährig und erhielt seine Ruhestätte neben seinem Vater. Die Cousine Susanna Regina lebte bis 1644 auf dem Schloss Zelking.

 
Vielleicht gelingt es Ihnen diese Mauern einem sinnvollen Zweck zuzuführen, so wie es uns gelang Weinberg weiterleben zu lassen.



Die Ruine Zelking


Sagenumsponnen ragt die Ruine
Von Bergeshöhe in’s Tal 
Und grüsst majestätisch vom Walde
Die Schönheiten sonder Zahl,
Die Mutter Natur in Schöpferkraft
So tausendfältig für Zelking geschafft.
(Aus einer Ansichtskarte von 1912)



Ruine Zelking I

Bis zu den Knien
stehst du im Schutt,
du mächtige Ruine –
welche war einstmals
ein prächtiges Schloß.

Deine Mauern halten Stand
schon seit Jahrhunderten,
doch der Zahn der Zeit
nagt immer mehr an dir!

Wie um Hilfe bittet
ein mächtig’, hoher Pfeiler
und Fensterlose Augen
schauen in das Land.

Dicke Mauerreste stehen noch,
aber wie lange?
Und bange,
ist nicht nur mir
um dich!
Ludwig Pichler, Winter 2002/03


Ruine Zelking

 
Der Beginn des Baues dieser ehemaligen Wehranlage durch die Hagenauer, die sich später nach dem Ort benennen, dürfte in den Anfängen des 12. Jahrhunderts liegen.
Diese, jetzt zur Ruine zerfallene Burganlage hat noch immer imposantes, aufrecht stehendes Mauerwerk.
 
Teile der Südmauer, welche schon seit Jahren nach Außen geneigt waren, stürzten mit donnerndem Getöse im März 1981 den Abhang hinunter.

 
 
Die Ruine mit der ehemaligen Südwand
 
 
Ruine Zelking II

Einst gebaut, als mächt'ge Veste,
doch es fallen Stein um Stein.
Längst entschliefen Herr und Knechte –
zu Staub wurde ihr Gebein!

Die Ruine nah’ bei Zelking
blickt jetzt traurig in das Tal.
Einstmals gab man frohe Feste,
heut' sind ihre Mauern kahl.

Und man schrieb auch hier Geschichte
für eine sehr lange Zeit.
Frauen, Ritter sind verschwunden,
alles nur mehr Vergangenheit!

Heut’ sucht man für Chronikwerke
Bücher, Bilder, ... Einst gemacht.
Mir ist’s als hörte ich sagen –
danke, dass ihr Unser gedacht ...
Ludwig Pichler 2003
 
 
Steht man vor dem ehemaligen Eingang, welcher aus gehauenen Quadersteinen besteht, so sieht man unter Schutt vergraben noch große Teile des überdimensionalen granitenen Rundbogens. Über diesem sollten sich einstmals drei Wappendarstellungen befunden haben (Schlierbach – Hagenau – Zelking?).
Das heute noch aufrecht stehende Mauerwerk besteht größtenteils aus Steinen (in verschiedenen Verarbeitungsweisen), aber auch teilweise aus Ziegeln und wurde vom 12. Jahrhundert an erbaut und bis in das 17. Jahrhundert erweitert.

  
 
„Ruinenziegel“, links mit Abdruck von einem Huhn, rechts (Linksseitig) vermutlich Fingerspuren
Größe (ca.) 25x18x5/6 cm

    
Anhand des Kaminschlotes erkennt man heute noch die Einteilung von sechs Stockwerken. 
Als man die wenigen, aber sehr großen Bäume im Inneren entfernte, nahm das Gebüsch überhand und dieses zerstörte dadurch viel schneller das Mauerwerk.  
Das unbequeme Leben in solchen kahlen und schwer heizbaren Räumen sowie die „Dachsteuer“ führten zum Untergang dieser einstigen Stammburg der Herren von Zelking.
 
Als mit Ludwig Wilhelm von Zelking dieses über 500 Jahre bestehende, einstmals freie, später in die Ministerialität sich begebende, zum „Apostelgeschlecht“ zählende Geschlecht erlosch, sollte seine Schwester Susanna Regina noch bis 1644 die Räumlichkeiten bewohnt haben. 
Ein Verwalter, welche die späteren Besitzer einsetzten (diese sollten sich wegen einer Seuchengefahr längere Zeit entfernt aufgehalten haben), ließ das Gebäude verfallen und es wurde nicht mehr aufgebaut (man wohnte von da an im benachbarten Schloss Matzleinsdorf).

 
Ruine Zelking (Ausschnitt) aus: Mostviertler Kalender 2006   
 (gemalt von Frau Helene Privoznik)
 
 
„Und Burgen stehen stolz aus Stein, jedoch mit Leben nur erfüllt gibt ihnen Sinn ihr sein!“
Kurt Kremers
 

 
Ruine Zelking im frühen Frühling 2007
 
 
Ob und wann es zu einer Sanierung dieser in Privatbesitz befindlicher Ruine kommt, steht in den Sternen.   
Viele würden eine Sanierung begrüßen und so zukünftigen Generationen diese zur Ruine verkommende Anlage, noch erhaltend wissen!
                                                                                                                                       
Ludwig Pichler, März 2008
 
 
  
Aus der Ruine stammend ...
  

 
  Doppelpfeilspitze (für die Jagd auf größeres Wild?) von einer Armbrust und Armbrustschütze
  
 
 
 Beitrag Zelking von Franz Eppel
 

Von Gassen aufwärts erreicht man in 20 Gehminuten die Burg- bzw. Schloßruine: Westseitig Richtung Zelking eine bogenförmig vorgelagerte Wehrmauer aus spätmittelalterlichem Bruchsteinmauerwerk (Mauerwerk aus gebrochenen Natursteinen, die unverarbeitet in verschiedenen Größen und unregelmäßig vermauert werden), mit schmalen Schartenfenstern (Schießscharten) und Spuren eines Laufganges mit Zinnen (häufig rechteckige Zacken auf Mauern und Türme). In der mächtig großen Außenwand mit ihrer schlichten Steinrahmung (kommen bei Abbrucharbeiten an den alten Häusern  in Zelking wieder ans Tageslicht!) der Fenster, dem glatten, ungegliederten Wandverputz und den Ortbändern, in grobem Rieselputz. Ein zyklopenhaft (riesiges) mächtiges, überdimensional gegliedertes Rundbogentor führt in das Hofinnere. An der rechten (südseitigen) hohen Mauer (eingestürzt lt. Fr. Hildegard Gruber/Gassen Freitag auf Samstag, den 5. auf den 6. März 1981) sind:
1.) der rom. Mauersockel aus Granit 12. Jahrhundert, darüber 
2.) die got. Bruchsteinmauer 15. Jahrhundert und
3.) bekrönend die spätmittelalterlichen Wehrzinnen deutlich zu unterscheiden.
An der Wand gegenüber erkennt man innen die Anfang 17. Jahrhundert in das unregelmäßige Bruchsteinmauerwerk allenthalben eingefügten bar. Bauten aus Ziegeln, vor allem nachträglich eingeführte Kamine. An der linken hinteren Ecke, wo sich einstmals die Hochburg mit dem Berchfrit (auch Bergfried – Hauptturm einer Burg zur Beobachtung und Verteidigung) befand, ragt freistehend ein ruinöser Kaminschlot, an welchem die einstige Unterteilung in sechs (!) Stockwerke zu konstatieren ist.
Die vier äußersten Ecken des enorm weitläufigen Gebäudes werden von in Ziegeln aufgemauerten Rundtürmchen, ähnlich Scharwachttürmchen (kleine Wacht- und Aussichtstürmchen), überragt. Bergseitig schneidet ein tiefer, künstlicher aus dem Felsen gehauener Halsgraben die Anlage ab. Insgesamt hinterlässt die Ruine wegen ihrer imposant weitläufigen Ausdehnung sowie wegen der leicht feststellbaren und unterscheidbaren Baudetails am romantisch-ruinösen Mauerwerk einen nachhaltigen Eindruck.
Vor dem Eingang stehend hat man einen herrlichen Fernblick von Maria Taferl bis Weitenegg und über die Bergketten nördlich der Donau vom Ostrong bis zum Jauerling.
Franz Eppel, Die Wachau, 1964, Seite 242

 
Die Burgruine
 
Wo Graf und Ritter Burgen bauten,
in schweren Zeiten fest gefügt,
wo mancheres Schicksal sich erfüllte,
manch' Schmerzensschrei im Wind verlief,
dort sollst du hin die Schritte lenken
und sinnend im Gemäuer steh'n.
Vergangenheit wird dir erblühen
und wie ein Hauch vorüberwehn.
Es wird sich Wissensdrang entfalten
zu diesen grauen Mauern hin
und wertvoll dir von da ab scheinen,
was bis jetzt so wertlos schien.
F. J. Huber
 
 
Baulicher Hinweis auf die ehem. Kapelle der Burg Zelking
 
 
(*) Die ehem. Binnenverbauung des Hochmittelalters ist praktisch gänzlich abgekommen, in der NO-Ecke finden sich allerdings bemerkenswerte Befunde zur ehem. Kapelle. Der als solcher nicht mehr erhaltene, bereits in der Neuzeit aufgegebene Sakralbau verzahnte nur tlw. mit dem Bering, der in den oberen Zonen erst sekundär angestellt wurde. Der Raum ist lagemäßig anhand der tlw. erhaltenen Apside rekonstruierbar. Diese durchbrach die bergseitige Schildmauer, wobei sie raumseitig durch die bereits stark verschüttete Kalotte der Apside erkennbar ist. An der Feldseite sind nur noch geringe Reste der gerundeten Mauerschale erhalten, trotz der starken Zerstörung sind Reste eines zentralen Rundbogenfensters erhalten. Die fehlende Mauerschale zeigt die aus opus spicatum-haften Strukturen bestehende Mauerfüllung. Ein aus dem 18. Jh. stammendes Aquarell lässt unmittelbar westl. der Kapelle einen weiteren eigenständigen Baukörper erschließen, der sich turmartig über die benachbarten Gebäude erhob und mit durchlaufenden Eckquaderungen versehen war. Da der Bau in dieser Form heute nicht mehr nachvollziehbar ist, bleibt offen, ob es sich ebenfalls um einen frühen Bauteil handelt (* entnommen aus: BURGEN, Mostviertel 2007, S. 410/411).

Eine Burg nennt man einen Ort, wo ein Turm steht, der von einer Mauer umgeben ist und beide sich gegenseitig beschirmen (aus einer mittelalterlichen Züricher Predigt). Entnommen aus: www.burgbau.at - Stadt Friesach/Kärnten.
 
 
 
Burg-Ruine Zelking

Herbst-Burg,
von müden Blättern bedeckt,
gräbst du dich selbst mit dem
Schutt der Vergangenheit zu.
Nur die Quader des Tores,
gebieten noch alten Respekt,
wie das Löwentor von Mykene.

Sträucher wachsen ungeniert
und erobern die Natur zurück.
Du rollst Stein um Stein herab,
wie die Sanduhr von oben zum Nichts.
Hochgezogen und trutzig blieb
der viereckige Stolz.

Jetzt aber wartest du demütig
statt auf Bewunderung auf Zement,
der dem Verfall Einhalt gebietet.
Dipl.-Psychologe Hans-Michael Krimm,
Pilsting (Bayern), den 3. November 1996
 
 
 
Zelking
 
 
Geschichte
 
Reginbert, der Sohn des vor 1100 nachweisbaren Edelfreien Hartwig von Hagenau, nennt sich um 1120 erstmals nach Zelking (FRA II/69, Nr. 140).
Möglicherweise war er Burgvogt der Bischöfe von Regensburg. Im 12. Jahrhundert gelangt Zelking an den Landesfürsten, die edelfreien Zelkinger werden dessen Ministerialen. Erst 1634 stirbt das Geschlecht aus. Ab 1662 ist ein Graf Sinzendorf Besitzer der Herrschaft.
1802 gelangt sie an Graf Harrach, Ende des 19. Jh.s an Ludmilla Galgozy-Galantha.
Die Burg selbst, 1683 noch Zufluchtsort, ist seit dem 18. Jahrhundert unbewohnt.
Marina Kaltenegger, Gerhard Reichhalter

 
 
Lage, Baubeschreibung 
 
 
Ca. 850 m östl. der Ortsmitte von Zelking schneiden 2 Seitenbäche des Melk-Flusses eine steile, bewaldete, spornartige Rückfallkuppe aus dem rechten Talhang. Diese Stelle, ein nordwestl. Ausläufer des Hiesberges oberhalb des Dorfes Gassen, bot geeignete Voraussetzungen für die Errichtung der Burg Zelking. Die Burgruine folgt der Ausrichtung des etwa OSO-WNW verlaufenden Spornes, der an der östl. Bergseite durch einen mächtigen Halsgraben vom überhöhenden Hinterland getrennt ist. Der Graben läuft z. T. tief die angrenzenden Flanken hinab, die gegenüberliegende Felskuppe wird beiderseits von tiefen, bergwärts führenden Hohlwegen begleitet. Die steilen Flanken des Spornes brachten dem relativ weit von der Siedlung abgesetzten Sitz ausreichende Sicherheit und wohl auch ein entsprechend repräsentatives Erscheinungsbild. Die Burg des Hochmittelalters ist noch heute in Form des Berings erhalten, dessen weitgehend geradlinige, nur selten abgewinkelte Fronten ein ausgedehntes, für einen Sitz dieser Zeit überdurchschnittlich großes Areal von mehr als 60 m Länge umgeben. Aufgrund des Geländes konnte die westl., zentral abgewinkelte Talseite auf 33 m verbreitert werden, die nur 18 m breite, schildmauerartig ausgebaute Bergseite stemmt sich eindrucksvoll gegen das überhöhende Vorgelände. Der hochmittelalterliche Bering wurde als Basis neuzeitlicher Umbauten genutzt, doch ist die Grundsubstanz, vielfach gestört und durch jüngere Befensterungen unterbrochen, bis in obere Geschoßebenen vorhanden. Die talseitigen Mauern erreichen eine Stärke von durchschnittlich 1,35 m, an der Bergseite ist sie in Reaktion auf  die Geländeüberhöhung auf 2,28 m erhöht. Unverzahnt angestellte jüngere Mauerteile zeigen die ehem. schildmauerartige Konzeption dieses Abschnitts, der seinerseits sekundär erhöht wurde. Die ehem. Binnenverbauung des Hochmittelalters ist praktisch gänzlich abgekommen, in der NO-Ecke finden sich allerdings bemerkenswerte Befunde zur ehem. Kapelle. Der als solcher nicht mehr erhaltene, bereits in der Neuzeit aufgegebenen Sakralbau verzahnte nur tlw. mit dem Bering, der in den oberen Zonen erst sekundär angestellt wurde. Der Raum ist lagemäßig anhand der tlw. erhaltenen Apside rekonstruierbar. Diese durchbrach die bergseitige Schildmauer, wobei sie raumseitig durch die bereits stark verschüttete Kalotte der Apside erkennbar ist. An der Feldseite sind nur noch geringe Reste der gerundeten Mauerschale erhalten, trotz der starken Zerstörung sind Reste eines zentralen Rundbogenfensters erhalten. Die fehlende Mauerschale zeigt die aus opus spicatum-haften Strukturen bestehende Mauerfüllung.
 
 

Aquarell Schloss Zelking (nach einer Abbildung freundlicherweise von Frau Melanie Fröschl nachgemalt)
Das Aquarell ist ein Geschenk der Künstlerin!
 
 
Ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Aquarell lässt unmittelbar westl. der Kapelle einen weiteren eigenständigen Baukörper erschließen, der sich turmartig über die benachbarten Gebäude erhob und mit durchlaufenden Eckquaderungen versehen war. Da der Bau in dieser Form heute nicht mehr nachvollziehbar ist, bleibt offen, ob es sich ebenfalls um einen frühen Bauteil handelte. Die hochmittelalterlichen Teile grenzen sich generell durch die Mauertechnik klar von den jüngeren Bauphasen ab. Trotz des wenig geeigneten Bruchsteinmaterials wurde versucht, Einzellagen beizubehalten, die sich örtlich – etwa in höheren Zonen – aufzulösen scheinen. Abgleichungen, Auszwickelungen und div. Unregelmäßigkeiten sind materialbedingt zu sehen, unter Umständen auch in einer Beschleunigung des Bauablaufs. Vielfach sind relativ ausgeprägte Einschübe opus spicatum-artiger Lagen vorhanden. Als Zeitstellung ist die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts vorzuschlagen. Ältere Bauteile, die durch Quellen des frühen 12. Jahrhunderts zu erwarten wären, sind nicht nachweisbar. Vermutungen, die die Anlage beim „Hochbauer (siehe da) als Vorgängerbau des frühen 12. Jahrhunderts sehen, sind vielleicht berechtigt, entsprechende Forschungsergebnisse stehen bislang aber noch aus. Die standesgemäß ausgebaute Burganlage gab wohl erst spät Anlass zu zeitgemäßen Veränderungen, sodass offenbar erst im 16. Jahrhundet ein umfangreicheres Bauprogramm begonnen wurde. Die ehem. randständige, zumindest tlw. noch dem Spätmittelalter angehörende Innenbebauung ist bis auf wenige Reste abgekommen. Eine am nördl. Bering ansetzende Binnenmauer, die einem entlang der W-Front errichteten Wohnbau angehörte, könnte in das 14. Jh. zurückreichen. An ihr sind Teile eines profilierten, verm. spätgotischen Türgewändes erhalten. Am nördl. Bering sowie an der SW-Ecke ist der überbaute mittelalterliche Wehrgang zu beobachten, der etwa im Bereich der 3. Geschoßebene der Neuzeit lag. Der heute noch erkennbare Ausbaustand basiert auf einem bereits schlossartigen Umbau der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts Für die 4- bzw. 5-geschossige Trakte wurde der mittelalterliche Bering stark erhöht und mit zahlreichen regelmäßig angelegten Fenstern durchbrochen. Nach der Dichte der Befensterung ist zu schließen, dass die vorrangigen Wohnbauten im W, im Bereich des Zugangs lagen. Nach einem Einsturz der nur wenig durchfensterten, nur von Schießfenstern im obersten Geschoß durchbrochenen Südseite eignen sich heute nur noch die westliche und nördliche Beringfronten für entsprechende Befunde. Die vorhandenen Kleinformen lassen wiederholte Adaptierungen der Neuzeit erschließen, die zum Teil auch Veränderungen der Geschoßebenen umfassten und die bereits durch starke Ziegelverwendung gekennzeichnet sind. Als Deckenauflager eines am nördl. Bering angebauten Trakts wurden profilierte Konsolen eingemauert. Der an die Schildmauer im O angebaute Trakt besaß einen größeren, stichkappengewölbten Saal, Reste des aus Ziegeln gemauerten Gewölbes mit den Negativ-Abdrücken der Schildbögen sind erhalten. Der Renaissancebau schloss mit einem Kranz kleiner Zierzinnen, die Ecken wiesen kleine Scharwachttürmchen auf, von denen jenes an der SW-Ecke tlw. erhalten ist. Lediglich die an der östl. Bergseite konzentrierte Gebäudegruppe mit dem Turm" trug sichtbare Walmdächer. Im SW des Berings liegt die Toranlage, ein kraftvoll rustiziertes Rundbogentor der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Aufnahmenische und den Rollenschlitzen einer ehem. Zugbrücke, die durch die enge, ansteigende Zwingeranlage nur erschwert vorstellbar ist. Das Tor benutzt jedoch die gegiebelte Leibung der rom. Toranlage. Die Fenster besitzen teilweise die einfach profilierten Steinrahmungen, einziger Fassadenschmuck ist eine an der NW- und Südwest-Ecke gut erhaltene Nagelbrettquaderung, die einer Erneuerung des 17. Jahrhunderts entstammt. Der kubische Baublock der Kernburg war allseitig von einem schmalen Zwinger umgeben, der über weite Strecken nur noch als Futtermauer erhalten ist. Im Westen bildet er im Zuge des von Norden heranführenden Torweges eine flankenartige Erweiterung für das ehem. Tor aus. Das Mischmauerwerk und eine für leichte Feuerwaffen konzipierte Trichterscharte im Torbereich lassen hier einen frühneuzeitlichen Ausbau vermuten. Am Fuß des Burgbergs, am Beginn des heutigen Zustiegs, liegt der ehem. Meierhof (heute das Anwesen Gassen Nr. 10). Der blockhafte 2-geschossige Bau entstand in seiner Grundsubstanz im späten Mittelalter, wurde jedoch um Mitte des 16. Jahrhunderts umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen die Stichkappengewölbe im Inneren und die  „1560 bezeichnete Holzbalkendecke im Obergeschoß. Veränderungen erfolgten im 20. Jahrhundert Das benachbarte Haus Nr. 12 gehörte ebenfalls zu den neuzeitlichen Wirtschaftsstrukturen, es stammt nach Dehio aus dem 16./17. Jahrhundert, erfuhr jedoch ebenfalls spätere Veränderungen.
Gerhard Reichhalter
 
Mag. Dr. Thomas Kühtreiber
Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Körnermarkt 13
A-3500 Krems
 
 
 
Zelckhing
 
 
(*) Zelking, Zelcking, Zelckhing, Zelting, ein altes Schloss nebst einer Herrschaft in Niederösterreich, und zwar im Viertel ober dem Wienerwald, unweit von Melk gelegen. Dieses Schloss hat der nachstehenden Freiherrlichen Familie den Namen gegeben, die sich von Schlierbach nannte. Jetzt sind die Herren von Polheim zuständig (Fuhrmanns Alt- und Neues Oesterreich I. Teil, Seite 292; Zeilers Beschreibung der zehn Kreise des Heiligen Römischen Reichs, Seite 107; Hübners Zeitungs-Lexikon; Preuenhuebers Annales Styrenses, Seite 370).

Zelking oder Zelcking, Zelckhing, Zelkhing, eine ehemalige Freiherrliche Familie in Österreich, die von der von Schlierbach oder Slierbach am Rhein, wo deren Stammschloss Schlierbach unweit Mosbach gelegen, ansonsten aber längst abgestorben ist, abstammt und Ottomarn von Schlierbach zum Stifter hat, wie auf der Stammtafel derselben (beim Bucclino T. I, Stemmat. Germ.) zu sehen ist. Denn (wie Gaube im Adelslexikon II Th. p. 3140 schreibt) Conrad, ein Sohn Ottomarns von Schlierbach, der 1213 lebte, ließ sich in Unterösterreich nieder und nachdem er das Zisterzienserkloster Schlierbach hier gestiftet hatte, brachte er das Schloss und die Herrschaft Zelking, von dem dieser Artikel handelt, an sich, nahm den Namen davon an und pflanzte denselben fort. Siehe den Artikel: Schlierbach, im XXXV. Band, Seite 194 usf. In Preuenhuebers Annalibus Styrensibus, Seite 370, steht folgendes: „Zelckhing ist von den vornehmsten und ältesten Herrengeschlechtern eines in Österreich gewesen, welches nach des Österreichischen Historici Wolffgangi Lazii in seinem Buch de gentium migrationibus aufzeigt, seinen Ursprung und herkommen von den gar alten Fränkischen Völkern, den Altis genommen hatte, davon dieses Geschlechterstammhaus, das alte Schloss Zelting oder Zelckhing (nicht weit von Melk gelegen, und welches jetzt den Herren von Polheim gehört), den Namen hat. Es war ein wohlbegütertes Herrengeschlecht, welches selbige unter anderen innegehabten Gütern ein ganzes Gezirk (Bezirk) Land nacheinander, nämlich Freidegg, Schönegg, Zelking und Schallaburg, zu dieser Zeit besessen hatte. Aus diesem Geschlecht hat Herr Werner von Zelking um das Jahr 1100 nach Rüxners Turnierbuch  aber, Herr Achaz von Zelking schon anno 984 (*) gelebt und ist anno 1634 mit Herrn Ludwig Wilhelm abgestorben
(* diese Angabe ist historisch gesehen unrichtig, da eine urkundliche Erwähnung eines Herr von Zelking erst um ca. 1120 erfolgte!).

Bevor wir auf die ordentliche Stammreihe, die beim Buccelin I. c. befindlich ist, kommen, wollen wir vorher einige anführen, deren in einigen gedruckten Schriften mit Ruhm Meldung geschieht. Im Jahr 1257 wurden Ulrich und Alber von Zelcking neben mehreren böhmischen und österreichischen Adeligen zu Mühldorf gefangen, welche König Ottokar mit sich genommen hatte, da er im selben Jahr in eigener Person unversehens in Bayern eingefallen war. Sie wurden aber auch bald wieder aus der Gefangenschaft entlassen. Heinrich von Zelking war in den Jahren 1398 und 1399 Pfleger auf Steyer. Christoph von Zelking half im Jahr 1471 das Schloss Hirschlag (?), da es von den Böhmen eingenommen war, belagern. Wilhelm und Wolfgang, Brüder von Zelking, haben sich 1509 im Krieg gegen die Venetianer gebrauchen lassen. Wolfgang von Zelking war 1537 auf den in Wien auf kaiserlichen Befehl gehaltenen großen Konvent der fünf Niederösterreichischen Länder, und zwar als Abgeordneter von Österreich unter der Enns, hier.

Nunmehr wollen wir die schon gedachte Stammreihe mitteilen, welche man mit dem schon öfters erwähnten Ottomarn von Schlierbach angefangen, welcher 1213 lebte, sein Stammhaus Schlierbach am Rhein im Amt Mosbach gehabt hatte und dessen Vorfahren unter den Pfalzgrafen der Guelphen in großem Ansehen lebte. Er hinterließ zwei Söhne: Konrad und Heinrich, von welchen sogleich eine Beschreibung erfolgt.

(I.) Konrad von Schlierbach, mit dem Beinamen von Zelking lebte 1230 und ist derjenige, welcher, wie schon oben beschrieben, das in Unterösterreich unweit Melk gelegene Schloss Zelking an sich gebracht, und den Namen davon angenommen hatte. Er war der Vater Sibotos von Zelking, welcher mit einer von Pernegg Ludwig von Zelking zeugte. Dieser lebte 1292 und war mit einer Offmei verheiratet, aus welcher Otto von Zelking entsprossen ist, der mit Margarethe von Thiernstein Albrecht von Zelking gezeugt hatte, welchem seine Gemahlin, Elisabeth von Wallsee, Heinrich von Zelking zur Welt brachte. Heinrich ist zweimal vermählt gewesen, in erster Ehe mit Katharina von Leibnitz und in zweiter mit Elisabeth von Stechau. Er ist Vater geworden von: 1.) Anna, die Bernhards von Losenstein († 1434) erste Gemahlin war; 2.) Elisabeth, der ersten Gemahlin Wilhelms I. von Puchheim, der 1445 aus dieser Welt schied, und 3.) Stephans, der sich mit Elisabeth von Pottendorf vermählte.

(II.) Heinrich von Schlierbach, mit dem Beinamen von Zelking, lebte 1239 und war der Vater Ludwig von Zelking, der 1262 lebte und Otto von Zelking hinterlassen hatte. Diesem hat seine Gemahlin, Luitgard von Kapellen, zwei Söhne geboren, welche alle beide das Geschlecht fortgepflanzt haben, nämlich:

(A) Heinrich von Zelking hat in seiner Ehe mit Margarethe von Nussdorf einen Sohn, Alber von Zelking gezeugt, der mit seiner Gemahlin Agnes von Meissau Wilhelm von Zelking zeugte. Dieser wurde durch Anna von Starhemberg, Gundackers von Starhemberg und Elisabeths von Hohenberg Tochter, Vater von 1.) Johann von Zelking; 2.) Margarethe, die Lorenz von Eckartsau heiratete; 3.) Katharina, die von Alber von Ebersdorf sich hat ehelich beilegen lassen; 4.) Christoph von Zelking, dem alsbald weitere folgten; 5.) Ursula, so die Gemahlin eines von Pottendorf war; und 6.) Konstanze, die ein Klosterfräulein wurde. Christoph von Zelking hat sich in erster Ehe mit Margarethe von Pottendorf und in zweiter mit Apollonia von Polheim, Weickards XV. von Polheim Tochter, verheiratet. Er hat viele Kinder hinterlassen, von denen folgende bekannt sind: 1.) Veit von Zelking; 2.) Anna von Zelking, die Gemahlin Hans von Kuenring; 3.) Wolfgang von Zelking, der sich 1515 mit Margarethe von Starhemberg (Tochter Bartholomäus von Starhemberg und der Magdalena von Losenstein) hat ehelich beilegen lassen; 4.) Franz von Zelking; 5.) Barbara von Zelking, die Kaspar von Roggendorf, der 1480 lebte, als zweite Gemahlin angetraut wurde; 6.) Johann von Zelking, welcher mit Margarethe von Pernegg in Ehe lebte; und 7.) Albrecht von Zelking, der unverheiratet starb. Veit von Zelking, Viertelhauptmann im Machland am Oberen Ort, wurde dazu 1508 bestellt und hat sich drei Mal in den Stand der Ehe begeben: 1. mit Magdalena von Traun, Michaels von Traun Tochter, die 1487 geboren wurde und 1512 starb; 2. mit Martha von Schärffenberg; und 3. 1537 mit Katharina, Gräfin von Hardegg, Heinrichs, Graf von Hardegg und Elisabeth von Rosenberg Tochter. Mit diesen Gemahlinnen hat er gezeugt: 1.) Peter Wilhelm von Zelking (siehe unter A), weiters; 2.) Paul Wilhelm von Zelking, der Sophia von Bösing ehelichte; 3.) Katharina, die erste Gemahlin Martins von Puchheim; 4.) Georg Wilhelm von Zelking (siehe unter B), ferner Ludowika von Zelking, die Gemahlin von Joachim von Schönkirchen; 6.) Carl Ludwig von Zelking (mit Ursula von Prag verheiratet): a) Justina, mit welcher sich Maximilian von Teufel verehelichte, und b) Katharina, wurde die dritte Gattin des Helmhard V. von Jörger, der 1594 verstarb; 7.) Wolfgang Wilhelm, der 1568 Wandula von Polheim, Weickards XX. von Polheim Tochter, geheiratet hatte; und 8.) Christoph Wilhelm, dessen Gemahlin Esther, des Grafen Bernhards I. von Hardegg und Anna Susanna von Liechtenstein Tochter war. Sonst befindet sich auch auf des Hübners 744. Tabelle seiner genealogischen Tabellen, dass die Tochter Veit von Zelking, Martha von Zelking, 1520 Weickhard XX. von Polheim ehelichte. Ob nun dieser Veit der oben Genannte ist, wissen wir nicht mit Gewissheit zu sagen.

(A) Peter Wilhelm von Zelking ist durch Justina von Polheim, Weickards XX. von Polheim Tochter, Vater geworden; 1.) Katharina von Zelking, die jedoch von einigen für eine Tochter seines jüngeren Bruders, des Carl Ludwig, gehalten wird und die des Freiherrn Helmhard Jörgers Gemahlin wurde; 2.) Christoph Wilhelm von Zelking, welcher zuerst mit Magdalena, Gräfin von Hardegg, Heinrichs II. von Hardegg und der Anna Maria, Gräfin von Thurn, Tochter, hernach mit einer  von Zinzendorf vermählt gewesen und (a) Maria Magdalena, eine Gemahlin Otto Heinrichs von Zinzendorf, (b) Albrecht Wilhelm und (c) Erhard Wilhelm, der Judith von Zinzendorf geehelichte, hinterlassen hat; 3.) Margarethe von Zelking, die Sebastian Grabners Gemahlin wurde; 4.) Margarethe von Zelking, so zuerst mit Jakob von Aspan und nachher mit Albrecht von Tschernembl verheiratet gewesen; 5.) Philipp Carl von Zelking; 6.) Wilhelm von Zelking, welcher vielleicht derjenige ist, der Regina von Lamberg, Melchiors von Lamberg und Maria von Haselbach Tochter heiratete; 7.) Johann Wilhelm von Zelking; und 8.) Engelburg von Zelking, die Wenzel Zaruba sich antrauen hat lassen. Johann Wilhelm von Zelking hat sich zuerst mit Anna Susanna von Starhemberg, Heinrichs von Starhemberg und der Magdalena von Lamberg Tochter verehelicht, die 1568 geboren und sich danach mit einer von Kainach vermählt. Mit der ersten Gemahlin hat er folgende Kinder: 1.) Carl Wilhelm von Zelking; 2.) Ludwig Wilhelm von Zelking; 3.) Richard Wilhelm von Zelking; 4.) Susanna Ursula von Zelking; 5.) Anna Katharina von Zelking; 6.) Esther von Zelking; 7.) Katharina Margaretha von Zelking; 8.) Christina oder Justina von Zelking, die dritte Gattin des Rudolphs von Stubenberg; 9.) Ludwig Wilhelm von Zelking; 10.) Albrecht Wilhelm von Zelking, der 1597 geboren und 1614 verstorben ist; 11.) Susanna Regina von Zelking, war Gemahlin des am 16. Oktober 1644 verstorbenen Weickhard von Polheim; und 12.) Anna Margarethe von Zelking.

(B) Georg Wilhelm von Zelking, Peter Wilhelms jüngerer Bruder, hat seinen Ehestand zuerst mit Maria Anna von Loschwitz (Meseritsch) und danach  mit Regina von Lamberg gehalten. Er ist Vater von 1.) Veit Sigismund von Zelking; 2.) Georg Wilhelm von Zelking; 3.) Zacharias von Zelking; 4.) Christoph Wilhelm von Zelking; und 5.) Ludowika von Zelking, mit der sich Christoph von Zoppl ehelich verbunden hatte. Nur Christoph Wilhelm von Zelking hat von seiner Gemahlin, Katharina von Prag, zwei Töchter erhalten, nämlich: 1.) Elisabeth von Zelking, zuerst Gemahlin Maximilian II. von Polheim in Ottenschlag und danach Tobias von Polheims Gattin; und 2.) Anna Maria von Zelking, welche zum ersten Mal  mit Rudolph von  Planitz, dann aber mit Richard von Plowitz vermählt gewesen war.

Otto von Zelking hatte mit seiner Gemahlin, Katharina, Truchsess Otto von Zelking gezeugt, der Elisabeth von Puchheim, Albrechts III. von Puchheim und Anna, Gräfin von Märtersdorf Tochter, zur Gemahlin genommen, von welcher außer einer Tochter, Barbara genannt, auch ein Sohn, Kadolt von Zelking geboren worden ist. Dieser hat in der Ehe mit einer Schärffenberg 1.) Elisabeth von Zelking, die Heinrichs von Puchheim Gemahlin wurde; 2.) Margarethe von Zelking, welche mit Andreas von Rohr verheiratet war; 3.) Georg von Zelking und 4.) Elisabeth, die Gemahlin Peters von Wildenegg, gezeugt. Georg von Zelking, welcher erstmals mit Helena von Volkenstorf und danach mit einer von Eckartsau vermählt gewesen ist, hat folgende Kinder hinterlassen: 1.) Katharina von Zelking, die Gemahlin eines von Streitwiesen; 2.) Johann Dominikus von Zelking; 3.) Otto von Zelking; 4.) Wolfgang von Zelking; und 5.) Margarethe von Zelking, die an Wolfgang Streun von Schwarzenau vermählt worden ist. Nur Otto von Zelking ist zwei Mal in den Stand der Ehe getreten, zuerst mit Elisabeth von Pottendorf, danach mit Agnes von Eckartsau. Er ist Vater geworden von: 1.) Margarethe von Zelking, die mit Georg von Roggendorf und dann mit Wilhelm III. von Puchheim vermählt war; 2.) Hedwig von Zelking, erster Gatte Mathias von Pernegg, zweiter ein von Lednegg; 3.) Mathias von Zelking, ledig verstorben; und 4.) Magdalena von Zelking, die sich zuerst mit Georg von Puchheim, dann 1515 mit Sebastian von Traun und zuletzt mit Wenzel von Hofkirchen verehelicht hatte.

Von des obigen, zu Anfang in der erwähnten Stammreihe mitgeteilten Konrads Nachkommenschaft war Wilhelm, Freiherr von und zu Zelking, der mit der Königin Marie in Ungarn, als deren Rat und Oberhofmeister im Jahre 1530 auf dem Reichstag in Augsburg bei der Übergabe der Augsburg’schen Konfession zugegen gewesen. Nach Anfang des 17. Jahrhunderts waren folgende vier Freiherren von Zelking bekannt: 1.) Ludwig Wilhelm, 2.) Richard, 3.) Erhard Wilhelm und 4.) Albrecht Wilhelm, die aber das Geschlecht nicht fortgepflanzt hatten. Der letzte Freiherr von Zelking war Christoph Wilhelm, dessen Tochter, Anna Apollonia, Freiherrin von Zelking, so die letzte ihres Geschlechts und einzige Erbin ihres Vaters, ist 1627 Otto Heinrich, Graf von Zinzendorf und Pottendorf; kaiserlicher Rat, Kämmerer und Erbland-Jägermeister in Österreich, ehelich beigelegt worden, welcher sich nach ihrem Ableben noch ein zweites Mal vermählte und 1713 verstarb.

Bucclins Germania fac. & profana. Sinapik Schlesische Kuriositäten, Teil II, Seite 236 und 292; Glaubens Adelslexikon, Teil II, Seite 3140 f.; Hübners Genealogische Tabellen, Teil II, Tab. 566, und Teil III, Tab. 670, 700, 703, 717, 718, 728, 729, 731, 734
738, 741, 743-–747, 775, 777781, 904, und 966; desgleichen die im Anfang verbesserte 699. und 738. Tabelle; Preuenhuebers Annales Styrenses, Seite 129, 187, 189, 256, 370, 412 und 423; Ludwigs Reliquiae Manuscriptorum. T. IV, Seite 42, 174, 183, 194, 199, 207, 216, 293 und 298; Die heutigen Christlichen Souveräns von Europa des Jahres 1698, Seite 712; Allgemeines Historisches Lexikon; Becmanni Notitia Universitatis Francofurtanae.

Zelkingdorf oder Zelckingdorf, ein Dorf in Niederösterreich, im Viertel ober dem Wienerwald  gelegen (Fuhrmanns Alt- und Neues Österreich, Teil I, Seite 292).
(* Entnommen aus dem Internet: Zedlers Universal-Lexikon
[von Johann Heinrich Zedler], 1723, Band 61, Seite 530–532)



Friedrich Kern
Regesten, Grabinschriften und Notizen zur Genealogie
und Geschichte der Herren von Zelking


(*) Als anno 1634 der letzte Zelkinger zu Grabe getragen war, wurde von dem landmarschallischen Gerichte in Wien eine Commission niedergesetzt mit dem Auftrage, die gesammte liegende und fahrende Hinterlassenschaft des Verblichenen zu inventiren, die Ansprüche der Erbinteressenten zu prüfen und über die ganze Arbeit motivirten Bericht zu erstatten. An der Spitze dieser Commission stand Herr Ehrenreich Freiherr zu Kainach, der selbst verschwägert mit den Zelkingern war und die Verhältnisse des Hauses genau kannte, und er absolvirte am 12. März 1635 seine Aufgabe, denn dieses Datum trägt das noch erhaltene und in der k. k. Hofbibliothek in der Handschriftensammlung sub. Nr. 14.886 (Suppl. 2286) aufbewahrte: „Inventarium Weillendt des Hoch- und Wolgebornnen Herrn Herrn Ludtwig Wilhelbm Herrn von und zu Zelckhing, zum Weinberg auf Leonstein, Tornach undt Wardtberg.“
Da nun nach dem Aussterben des Hauses alle Geldoperationen desselben abgewickelt, alle Verbindlichkeiten liquidirt werden mußten, so war es offenbar die erste Pflicht, der Commission über das Soll und Haben des Erblassers in‘s Klare zu kommen und es drängte sich deshalb derselben die Nothwendigkeit auf, alles was darauf Bezug hatte, „soweit deß auß denen briefflichen urkhundten dießmals specivicirt werden khünnen, an die Handt zu gehen,“ und diesem Umstande vielleicht allein ist es zu verdanken, daß in dem oberwähnten Codex eine gewissenhafte Inventur der ehemaligen Zelking’schen Archive, wie sie in den Burgen Zelking und Weinberg waren, erhalten wurde.
Als mir nun bei meinen Studien zur Geschichte der Grafen von Abensperg und Traun neben anderen österreichischen Adelsgeschlechtern auch die Zelking begegneten und die vielfachen Beziehungen, in welche die Trauner  zu den Zelkingern kamen, den Wunsch nahe legten einen genauen Stammbaum dieser Familie zu haben: ging ich freilich zuerst zu Hoheneck und den älteren Genealogen, konnte aber mit den Stammbäumen, welche diese von den Zelkingern geben, nicht überall zu Recht kommen. Eine Reihe von Widersprüchen und Auslassungen machten mich irre und ich faßte endlich den Entschluß nach Möglichkeiten mir selbst einen Zelking’schen Stammbaum anzufertigen, auf den ich mich doch halbwegs verlassen könnte, gab jedoch die Absicht keineswegs auf, alles, was jene älteren Genealogen an urkundlichem Materiale beibringen, getreulich zu benützen.
Bei Ausführungen meines Vorhabens nahm ich jenen oberwähnten Codex Nr. 14.886 zuerst zur Hand (die aus demselben wörtlich, nur hie und da mit Aenderungen der Orthographie abgeschriebenen Regesten sind unter mit Inv. d. i. Inventarum bezeichnet) und brachte die Regesten in chronologische Folge.
Freilich darf man an solche gerichtliche Inventare bei genealogischen Studien nicht mit zu großen Hoffnungen gehen. Hätten die Herren Conissäre gewußt, daß nach mehr als 200 Jahren ihre Arbeit eine Hauptquelle zur Feststellung der Genealogie der Zelkinger, hie und da der einzige Wegweiser für den Historiker sein werde, um eine Spur wichtiger Urkunden zu finden; es wäre ihnen gewiß auf eine Zeile mehr oder wenige nicht angekommen, sie würden Jahreszahlen nicht auslassen, auf die Lesung der Namen mehr Sorgfalt verwendet, und bei der Fassung der Regesten sicher eine größere Deutlichkeit beflissen haben.
Genug an dem, theils diese inneren Mängel, theils die Lückenhaftigkeit des Materials lehrten mich schließlich, daß ich damit nicht zu einem Ziele kommen könne und so ging ich denn einen Schritt weiter, indem ich das Urkundenmateriale des k. k. geh. haus-, Hof- und Staats-Archives, des landständischen und der beiden gräflich Traun’schen Archive zu Rathe zog und dem Allen auch beifügte was in gedruckten Urkundensammlungen zerstreut zu finden war.
(*) Heraldisch genealogische Zeitschrift. Organ des genealogischen Vereines Adler in Wien. Dritter Jahrgang 1873, Seite 78



Die halbe Feste Zelking für Herzog Albrecht I.


(*) Daß die schwäbischen Herren (Wallseer) jedoch durch Verheiratung mit Einheimischen von (Herzog) Albrecht (I.) bereichert worden sein sollten, war ein leeres Gerede, die Einflußnahme des Herzogs sehr zweifelhaft. Ebenso vage war die Beschuldigung, der Herzog verwende österreichische Gelder in Schwaben, denn die dortigen Habsburgischen Besitzungen erfreuten sich infolge der langjährigen guten Verwaltung ohnedies eines günstigen Zustandes.
Dagegen verschwiegen die Landherren einen Hauptgrund ihrer Gereiztheit wohlweislich, nämlich die umfassenden Güterrevindikationen (Wiedererlangung, Wiedergeltendmachung einer Sache als Eigentum = Zurückforderung gewisser Güter)  die Herzog Albrecht ähnlich wie einst Ottokar durchführte (Im Jahre 1287 hatte Albrecht von Konrad von Summerau die Feste Luftenberg, von Margarethe von Streitwiesen Güter zu Kirchbach und Griesbach, von Otto von Zelking die Hälfte seiner Stammburg, von Otto von Araberg den vierten Teil seiner Feste, von Albero von Puchaim dessen Anteil an der Feste Wolfsegg an sich gebracht).
(*) Max Vancsa. GESCHICHTE NIEDER- U. OBERÖSTERREICHS. Zweiter Band 1927, Seite 69